#8 | Die Zukunft des Kreditgeschäfts mit Jana Koch, Chief Marketing Officer bei Younited Credit

Diesmal bei Agnieszka und Saskia in Female Future Finance zu Gast: Jana Koch, die neue Chief Marketing Officer bei Younited Credit in Deutschland.

Im Talk erzählt sie, wie sich ihre Arbeitsweise nach dem Wechsel in ein Startup verändert hat, mit welchen Herausforderungen man dort hinsichtlich des Wettbewerbs konfrontiert wird, welche Auswirkungen die Pandemie mit sich gebracht hat, welches Trends in der Branche derzeit zu beobachten, wie die Rolle von Embedded Finance im Kreditgeschäft einzustufen ist und wie man im Jahr 2031 wohl um einen Kredit ansuchen wird.

Die Themen im Überblick:

  • (01:59) Wie sieht das Geschäftsmodell von Younited Credit aus?
  • (09:32) Zur Marktpositionierung in Deutschland
  • (11:36)Wie geht man mit dem Thema Financial Health um?
  • (14:12) Die Positionierung im Ökosystem und Verhältnis zu Banken
  • (19:04) Corona als Beschleunigung des Geschäftsmodells
  • (20:32) Wie sehen Kooperationen mit Younited Credit aus?
  • (21:47) Welche Trends gibt es in der Kreditbranche?
  • (24:30) Blick in die ferne Zukunft: Wie sieht die Kreditaufnahme im Jahr 2031 aus?

(26:19) Die Buchempfehlung von Jana Koch
Tara Mohr: “Playing Big: A practical guide for brilliant women like you

Die gesamte (exzellente) Liste der Buchempfehlungen von Jana Koch:

  • Michelle Obama: „Becoming“
  • Brené Brown: “Dare to Lead: Brave Work. Tough Conversations. Whole Hearts“ und „The Gifts of Imperfection: Let Go of Who You Think You’re Supposed to Be and Embrace Who You Are”
  • Meike Winnemuth: „Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“
  • James Doty: „Der Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte: Eine wahre Geschichte“
  • Stephen R. Covey: „Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg“
  • Anna Rosling Rönnlund, Hans Rosling und Ola Rosling: “Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist“
  • Daniel Glattauer: “ Gut gegen Nordwind“
  • Gail Honeyman: „Ich, Eleanor Oliphant”
  • Marc-Uwe Kling: “ Die Känguru-Chroniken“ und „QualityLand“
  • Christie Tate: „Group: How One Therapist and a Circle of Strangers Saved My Life”
  • Nell Scovell und Sheryl Sandberg: “Lean In: Women, Work, and the Will to Lead”
  • Kate Quinn: “Morgen gehört den Mutigen“
  • Lori Nelson Spielman: „Morgen kommt ein neuer Himmel“
  • Yuval Harari: „Sapiens: A Brief History of Humankind”
  • Carlos Ruiz Zafón: “Der Schatten des Windes“
  • Madeleine Alizadeh: „Starkes weiches Herz: Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können“
  • Mark Manson: „The Subtle Art of Not Giving A F*ck”
  • Yanis Varoufakis: „Time for Change: Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre“
  • Margarete Stokowski: „Untenrum frei“
  • Rutger Bregman: Utopien für Realisten: Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen“

Jana Koch auf LinkedIn | Twitter

Feedback, Fragen, Wünsche und Ideen bitte an:
podcast@femalefuturefinance.de

Die ganze Folge zum Nachlesen:

Agnieszka Walorska

In der aktuellen Folge von Female Future Finance haben wir zu Gast Jana Koch, die vor gar nicht so langer Zeit von Comdirect zu Younited Credit gewechselt ist. Hallo Jana, sag mal wie ist das Start up-Leben jetzt für dich?

Jana Koch 00:00:16

Hallo ihr zwei! Erstmal danke für die Einladung. Ich freue mich, dass ihr euch für das Thema Kredite begeistern konntet und ich teile das Interesse geweckt. Genau wie du richtig gesagt hast. Ich war jetzt 7 Jahre bei der Comdirect zuständig für das Innovationsmanagement, das ja, ich sag mal so als Comdirect ein etablierter Player ist. Man erkennt irgendwie die Brand. Es gibt etablierte Strukturen. Ich habe super viel gelernt und es war ja selber mal tatsächlich das Start up vor 25 Jahren der Commerzbank. Und jetzt bin ich selber, wie du grad gesagt hast, zu einem Startup gewechselt Younited Credit, was hoffentlich dann auch noch gut einem Vierteljahrhundert quasi auch noch am Markt ist und umtriebig sein wird. Wir stehen jetzt hier ein bisschen ganz am Anfang. Also Younited ist letztes Jahr live gegangen. Wir haben ein sehr kleines Team, sind 22 Leute. Wir sind super Hands-On unterwegs. Das heißt, wir gestalten recht zügig Dinge. Ich habe jetzt letzte Woche beispielsweise eine Änderung an der Website vornehmen wollen. Hab mich genau mit einer Person abgestimmt und dann war die ganze Sache live. Das heißt, es sind natürlich andere Strukturen. Wir sind sehr viel pragmatischer unterwegs. Es gibt auch manchmal so eine Eigendynamik, wo wir einfach losrennen und einfach Dinge ausprobieren. Und das macht super viel Spaß. Das ist aber natürlich auch der Kredit-Bereich, ein Thema, was jetzt vielleicht nicht zwingend Begeisterung bei allen erweckt. Es ist ein Thema, wo man jetzt erst einmal sagt, es ist vielleicht sogar negativ besetzt. Und da wirklich neuen Wind reinzubringen ist natürlich eine ganz neue Herausforderung. Und da bin ich gerade total drinnen und gehe sehr drinnen auf.

Agnieszka Walorska 00:01:47

Du hast es gerade schon erwähnt: Younited ist ja jetzt erst seit letztem Frühling in Deutschland unterwegs. Was ist das Geschäftsmodell, auf das ihr setzt? Welches Kundenbedürfnis möchtet ihr befriedigen, was aktuell noch nicht befriedigt wird durch jemand anderem?

Jana Koch 00:02:00

Also haltet genau, ist seit letztem Jahr live. Es kommt aber nicht aus Deutschland, sondern es ist eigentlich jetzt hier schon fast ein Scale up oder, ich sag mal, mit zu der ersten Fintech-Welle gegründet, also 2009 in Frankreich. Und es hat so eine, ich sag mal, eine typische Gründer-Story. Da ist ein damals Banker gewesen, der wollte einen Kredit aufnehmen und hat festgestellt: Die Kredite sind einfach viel zu teuer, es gibt keine Transparenz und er kann es nicht online abbilden. Und dementsprechend hat er sich selber gesagt okay, dann gründet er selber eine Konsumenten Kredit Plattform und hat es zuerst über P2P gemacht. Später ist er dann in institutionelle Investoren quasi, mit denen hat er das ganze aufgezogen. Also wirklich faire Konditionen abzubilden. Wir haben eine Banklizenz. Das heißt, es war dann auch möglich, mit dieser europäischen Banklizenz in weitere europäische Länder sich auszuweiten. Da sind wir jetzt in fünf Ländern tätig und auch jetzt seit letztem Jahr, wie gesagt, in Deutschland. Es ist das letzte Land, was dazugekommen ist, aber das gleiche Angebot, Kredite abzubilden von 1000-50000 Euro. Und das Spannende ist, dass in Frankreich unser, ja, Scale up, jetzt als eins der 40 Unternehmen gehandelt wird, was als nächstes potenzielles Unicorn gewertet wird. Und woran liegt das? Berechtigte Frage. Das muss man, glaube ich, ein ganz kleines bisschen sich anschauen, wie das Kreditgeschäft in Deutschland oder an sich bei den Banken läuft. Im Prinzip kann man sagen, es ist ja so eine Art Kerngeschäft, ist Commodity. Es ist jetzt nicht irgendetwas, was sich großartig abgrenzt. Und es hat sich auch in den letzten Jahren nicht wirklich etwas getan, obwohl man immer mehr Player da sieht. Die sind aber auf die Einzelteile der Wertschöpfungskette gegangen, haben das cooler gestaltet, digitaler. Aber jetzt so richtig das so ein Wow-Faktor drinnen war, muss man sagen, haben wir vielleicht nicht ganz gesehen. Aber wie es immer so schön ist, es wird natürlich jetzt eher vom Kunden und von dem Kundenverhalten bestimmt und vielleicht auch zunehmend durch Covid. Ich sehe da drei Punkte, die einen Wandel vorbringen. Das erste ist, ja die Affinität der Kunden hin zu online im Vergleich zu offline. Das heißt, wir haben jetzt mittlerweile 35 Prozent ungefähr, von dem Volumen, kommt über einen Online Kanal an Kreditvolumen rein. Der Rest wird immer noch offline quasi dargestellt. Aber dennoch sieht man eine Tendenz, die steigend ist. Und gerade bei den Online-Angeboten sagen viele, dass sie digital sind. Dennoch ist es so, dass ihr immer noch einen Step irgendwo in dem ganzen Kanal drin haben, wo man doch nochmal was unterschreiben muss oder doch nochmal irgendwo hingehen muss, noch mal einen Brief bekommt. Und genau da haben wir die Journey so abgegrenztes das wirklich alles komplett digital ist, auch zum Beispiel das Ident-Verfahren bieten wir gar nicht erst an, dass jemand zur Post gehen muss oder kann oder darf. Tatsächlich ist es bei uns komplett paperless ist und es kommt auch nichts zugeschickt. Das heißt, wir haben da wirklich einen sehr meiner Meinung nach sehr kundenfreundlich digitalen Prozess geschafft. Und das gleiche, dieses komplette Kreditangebot für B2C was wir anbieten, haben wir dann auch gesagt, weil es so gut funktioniert und weil die Nachfrage da ist, bieten wird das auch B2B mäßig an. Das heißt Finanzdienstleistern, sowohl etablierten Unternehmen als auch Start ups, wir nennen das Credit as a Service. Das heißt, wir haben unsere ganze IT auch in der Cloud und können dann modular den entsprechenden Finanzdienstleistern etwas anbieten, dass sie das auch abbilden können. Und der zweite Punkt ist die Convenience. Der Kunde möchte im Prinzip gar nicht mehr… man kennt es so ein bisschen, das alte Modell: Der Kunde möchte sich beispielsweise ein Auto kaufen. Er geht zum Laden, guckt sie an – Was muss ich denn noch ungefähr zahlen? Dann geht er zu seiner Bank, dann versucht er, dort einen entsprechenden Kredit zu bekommen. Dann bekommt er ihn, rennt wieder zurück zum Autohändler und gibt dort vielleicht das entsprechende Geld, legt es auf den Tisch. Und es mag jetzt einfach nur das Auto sein, e s können alle anderen Konsumgüter sein. Da kann jeder sich so seinen Beispiel raussuchen. Aber wichtig ist es für mich eher und das sehe ich heute mal zunehmend, dass man eigentlich da sein muss, wo der Kunde ist und dementsprechend das Ganze losgelöst von dem Kreditinstitut machen und wirklich in den Kauf-Prozess reinzugehen und zu gucken wo brauche ich es denn. Und Kredit an sich ist da meistens ja kein Selbstzweck. Ich brauche nicht nur Geld, um Geld zu haben, sondern ich brauche es ja, um etwas leisten zu können. Und da ist halt der Wandel dahingehend, dass man das wirklich einbettet, direkt in den Kauf Prozess, dort wo die Kunden-Schnittstelle ist. Da hat man bei dem Online-Handel bereits schöne Beispiele. Haben wir glaub ich alle schon gesehen oder wenn mehr Berührungspunkte gehabt mit Klarna, Paypal, RatePay, die sich dort halt integrieren. Und auf der offline Seite am Point of Sale wirklich zu sein – das sind ja eher ein bisschen die etablierten Player wie Targobank, Santander oder Consors Finanz. Die hat man vielleicht nicht sofort auf dem Schirm, wenn man jetzt nicht aus dem Bereich kommt. Und das Ziel bei dem zwei Punkt, bei der Convinience ist, ist für mich tatsächlich nicht das abzugrenzen – online und offline – sondern wirklich ein Player zu sein, der Omnichannel des Gut und Clever bedient. Das heißt, wir möchten sowohl online das Ganze für den Kunden Kredit angehen. Das machen wir bereits auch in Frankreich, mit Microsoft oder den Retailern von Apple, sind wir direkt am Point of Sell online und auch offline. Ist das jetzt angestrebt, dort ein Angebot zu streben und das auch beides natürlich nach Deutschland zu bringen. Und der dritte Punkt, der vom Kunden getrieben ist und meiner Meinung nach der allerwichtigste es ist wirklich, die Kunden-Zentrierung also zu sagen: Wo ist denn eigentlich das Problem von den Kunden? Und jetzt sagt man: Ok, na ja, klar, ist doch einfach, der Kunde möchte gerne Geld haben. Ja, aber warum möchte er denn Geld haben? Entweder vielleicht, weil er den falschen Umgang mit dem Geld hat. Also er weiß nicht, wie er besser mit dem Geld umgehen muss und was er da anlegen kann oder wie er da mehr Geld bekommt. Oder er hat einfach zu wenig Geld und weiß auch gar keine Lösung, wo er sonst noch an Geld ran kommt. Was ist dafür? Ich sage jetzt mal legale Wege gibt an Geld zu kommen. Und wenn ihr jetzt ein, ich hab das mal aus Spaß gemacht, hier mal gegoogelt wie verbessere ich meine Finanzen oder aber auch wie komme ich denn aus über eine Überschuldung raus? Natürlich nehme dann auch immer mehr Leute immer mehr Kredite auf und da wird man dann verwiesen auf RTL, auf Artikel, auf Blogs, Schuldnerberatung. Also macht das gerne mal, schaut da mal was sie da bekommen. Und ich frage mich dann immer: Wo sind denn hier die Finanzdienstleister? Wo sind denn diejenigen, die sich wirklich mit Finanzen auskennen? Und das finde ich einfach nirgendswo und sicher: Da kommen jetzt bestimmt einige um die Ecke und sagen, na ja gut, aber Banken und auch andere Player nutzen doch einen PFM, einen Personal Finance Manager. Ja, das ist richtig. Da gibt’s meistens eine Abbildung von dem Budget. Also wie viel hab ich jetzt ausgegeben? Wie viel brauche ich noch an Geld? Aber diejenigen, die Kunden, die bei uns landen, den brauche ich nicht sagen dass sie nicht genug Geld haben wir, die haben einfach nicht genug Geld. Das ist ein ganz klares Klientel hier, wo ich halt einfach sage, die brauchen Geld. Und dann muss ich ihnen explizite Handlungsempfehlungen geben, wie sie vielleicht auch alternativ an Geld kommen. Und genau da diese Convenience in den Mittelpunkt zu stellen, auch irgendein Angebot zu geben, insgesamt die Digitalisierung besser zu nutzen, das auf Bedürfnisse anzupassen und genau die Zielgruppe da im Auge zu haben -Das wär’s so. Und um das jetzt ganz kurz zusammenzufassen – Sorry, ich bin hier gerade etwas ausgeartet, einfach nur, weil mich auch das Thema begeistert sind – Drei Punkte: Es ist einmal – Wir möchten ganz gerne der führende europäische Player im Konsumenten Kredit sein. Das zweite ist wirklich voll digital da zu sein, wo der Kunde uns konkret braucht, zum richtigen Zeitpunkt. Und das dritte ist dann auch die Financial Health des Kunden wirklich im Blick zu haben und darauf einzugehen.

Agnieszka Walorska 00:09:20

Spannendes Themenspektrum. Du hast das Thema Embedded Finance angesprochen, das ihr dort in Frankreich bereits am Point of Sale tatsächlich eingebunden seid, bei einigen Anbietern. Das ist in Deutschland noch nicht der Fall, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, oder? Was siehst du da für Möglichkeiten, die Position auf dem Markt zu bestreiten? Und vielleicht kannst du dazu ja auch noch ein bisschen mehr erzählen, wo der Trend hin geht.

Jana Koch 00:09:45

Total gerne. Also ich bin fest überzeugt, dass die Branchen immer mehr miteinander verschmelzen werden. Das hab ich jetzt schon ein paar Jahre erzählt und auch trotz Arbeitgeberwechsel hätte ich an dem Standpunkt immer noch fest dran, dass es nicht mehr eine klare Differenzierung geben wird von beispielsweise dem E-Commerce und den Banken. Das wird zunehmend immer mehr ineinander überfließen, das heißt, das Thema an sich ist extrem wichtig, insbesondere aus Kundensicht. Und ich will als Kunde das alles seamless haben, ich will keine Kanalbrüche haben. Und Embedded Finance heißt ja genau das, dass ich genau an einer Stelle bleiben muss und da dann alles habe, ohne dass ich immer wieder irgendwie zwischen Devices, Application et etcetera switchen muss. Und man sieht auch gerade, ich sage jetzt mal, im Ausland, beispielsweise China mit Wechat ist, glaube ich so ein Beispiel, was man immer wieder hört – Da hab ich natürlich eine Applikation, wo alles abgebildet ist. Wenn wir jetzt Richtung Deutschland sehen, haben wir vielleicht auch mit den BigTechs gerade im Kreditbereich, beispielsweise Barkley Karte, die sind jetzt jüngst mit Amazon zusammen gegangen, und haben dort entsprechendes Angebot abgebildet. Ich glaube aber auch, dass es da noch weitere Player geben wird und ich glaube, da muss man sich relativ zeitnah positionieren. Ansonsten läuft man einfach Gefahr, in den nächsten paar Jahren einfach irrelevant zu werden. Also ich glaube auch nicht, dass es tausende von Playern gibt und man muss in diesen Ökosystem sich entweder selber positionieren oder selber eins werden. Und wir haben das bereits getan mit der Positionierung, dass wir mit Microsoft schon entsprechend zusammenarbeiten. Und auch in Deutschland streben wir das an, bis Ende des Jahres entsprechend dort Partner zu haben. Und da dürft ihr auf jeden Fall gespannt sein, mit wem wir das dann umsetzen werden.

Agnieszka Walorska 00:11:22

Sind wir auf jeden Fall. Und du hast ja noch den anderen Trend erwähnt. Lustigerweise beides die Trends, die wir jetzt so als als die bestimmenden Trends für Financial Services für das kommende Jahr definiert haben. Das Thema Financial Health. Ein super spannendes Thema, vor allem im angelsächsischen Raum, wo die Leute noch stärker zur Überschuldung tendieren als jetzt hier in Deutschland. Wie siehst du das? Welche Rolle spielt dann genau ein Unternehmen, das Kredite anbietet in dem ganzen Financial Health Ecosystem oder dem Financial Health Ansatz für die Nutzerinnen und Nutzer?

Jana Koch 00:11:59

Also man sieht natürlich entsprechend, dass das Thema immer relevanter wird haben. Wir sehen jetzt z.B. Finanzguru die auch schon in eine entsprechende Sparte reingehen und sehr prominent sind. Wir sehen es aber auch explizit an dem Trend Natascha Wegelin, Madam Moneypenny. Es ist glaube ich vielen bekannt und hat natürlich auch da Zulauf bekommen in den letzten paar Jahren, weil es natürlich ein Thema ist, wo sich viele jetzt damit beschäftigen. Und insofern glaube ich, dass das ein Thema ist, was man auf dem Schirm haben muss, aber was auch noch von keinem so allumfänglich abgebildet ist, dass es ich sage mal schon, eine Sättigung des Marktes gibt. Das gibt es auf keinen Fall, weil wie ich auch gesagt habe, wenn man danach googelt, wenn ich jetzt genau nach Wertpapieren schaue, finde ich Natascha. Wenn ich jetzt nach etwas anderem schaue, wie ich vorhin erwähnt habe, dann habe ich schon ganz schön ein großes Problem. Vielleicht ist es dann auch schon zu spät. Ich sehe den großen Vorteil da dran, dass die Kunden, die zu uns kommen, ja entsprechend schon Geldbedarf haben. Und dass sie dort vergleichen, kommen vielleicht auch über Vergleichsportale, schauen Sie sich an – ok was kann ich da machen? Und ich finde gerade einen Kunde genau auf der Journey, wo er sich ja mit diesem Thema beschäftigt und wo ich ihn oder sie frühzeitig abfangen kann und sagen kann: Okay, du suchst gerade nach einem Kredit, weil du entsprechend einen Bedarf hast. Lass mir doch einfach mal unterschiedliche Optionen bieten, wie du da rangehen kannst, ohne entsprechend, ich sag jetzt mal, übertrieben in einer Schuldenfalle zu sitzen und dann gar nicht mehr zu wissen, wie man da rauskommt. Natürlich gibt es entsprechende, ich sage mal Akzeptanz-Kriterien, und jedes Kreditinstitut schaut mal wen nimmt man an, wen nimmt man nicht an? Aber dennoch es ist eine Verpflichtung meiner Meinung nach auch das weiterzudenken und gar nicht nur zu sagen: Ich gebe dir Geld, sondern ich gucke auch langfristiger rein und schaue, wie ich dich weiter auf dieser Customer Journey wirklich begleiten kann und dir proaktiv einen Mehrwert bieten kann und vielleicht auch einfach Alternativen aufzeigen kann. Und das ist der Punkt, wo meiner Meinung nach keine Bank zumindest nach meinem Wissen nach darauf eingeht und das wirklich gut und solide abfing für den Kunden.

Saskia Schäfer 00:13:58

Super spannendes Thema. Ich würde mir nochmal ganz kurz auf einen Punkt zurückkommen, über den du da vorgesprochen hast und zwar das Thema Ökosysteme. Jetzt gibt’s ja verschiedene Möglichkeiten, wie ich mich platzieren kann in so einem Ökosystem. Also ich kann auf einer Seite natürlich die Orchestratoren-Rolle übernehmen, aber ich hab ja auch andere Möglichkeiten. Was sind denn die Potenziale aus deiner Sicht, wie man sich hier positionieren kann und wie ist euer Verhältnis zu Banken? Auf der einen Seite sind sie natürlich Wettbewerb, aber auf der anderen Seite Kooperationspartner. Wie funktioniert das?

Jana Koch 00:14:28

Also als Ökosystem ist es natürlich jetzt einerseits möglich, als Bigtech oder als anderer Player aufzutreten. Ich habe dann natürlich auch noch die Möglichkeit, also da würde dann vielleicht die Bank gar keine Rolle mehr spielen oder einen Finanzdienstleister entsprechend beginnt es selber machen kann. Dann hab ich die zweite Variante, dass die Banken, Finanzinstitute als Dienstleister in den Hintergrund treten, damit dann die Kundenschnittstelle verlieren, aber dennoch quasi, ich sage mal in einem Economies of scale-Modus, dann sehr auf Effizienz getrimmt, hinter diesem Ökosystem stehen. Oder es gibt die dritte Variante: Man kann sich wirklich selber platzieren als Ökosystem und dort selber eine führende Rolle einnehmen. Wir sehen das größtenteils im Ausland, Tinkoff aus Russland ist ein ganz gutes Beispiel. Die integrieren unterschiedlich Services und unterschiedliche Dienstleistungen und machen dies auch explizit außerhalb des Kern-Angebotes einer Bank. Und da muss man als Bank schauen – wollen wir das oder wo positionieren wir uns? Ich glaube, es ist extrem wichtig, ganz klar eine Positionierung einzugehen und das auch jetzt zu machen und nicht erst in 10 Jahren. Momentan sehe ich da jetzt nicht zwingen den Antrieb der Bank das konkret so zu machen bzw. hab ich noch keine große etablierte Bank auf dem Schirm. Ich glaube, da ist einfach so ein bisschen dieses Thema, dass da vielleicht ein bisschen Trägheit vorherrscht oder schlichtweg der Mut fehlt, sich da neu auszurichten. Weil natürlich die letzten paar Jahre, gut die letzten, die unmittelbar jetzt auch nicht großartig gelaufen sind für alle Banken, aber trotzdem ja immer noch Gelder reingekommen sind, die Kunden eine gewisse Stickiness hatten, das sie auch bei den Banken noch waren, dass sie nicht gewechselt haben. Das heißt, sie hatten gar keine große Alternative, wo die Convenience mit Finanzprodukten einfach größer war als bei den Banken. Jetzt sehen wir aber zunehmend das unterschiedliche andere Big Techs immer mehr, ja auch in diese Bereiche vordringen und ich da einfach viel mehr Leichtigkeit als Kunde drinnen hab weil einfach alles simpel und auf einer Plattform ist, auf einem Interface und ich auch zunehmend mehr Vertrauen in diese großen Player gewinne. Vielleicht noch nicht ganz so wie bei den Banken, aber trotzdem ist ein entsprechender Trend zu sehen und es ist ganz spannend zu betrachten. Und die zweite Frage, die du gestellt hast: Wie gehen wir da jetzt mit mit Banken um? Das ist für mich jetzt ein ganz anderes Thema, weil ich jetzt zumindest sagen. Wir unterstützen Banken in jeglicher Hinsicht, wenn sie an Krediten oder Interesse haben, das vielleicht digitaler zu machen. Und wir konkurrieren natürlich auf der einen Seite mit ihnen. Aber man darf nicht vergessen, dass Deutschland immer noch der größte Kreditmarkt ist in Europa. Das heißt, das ist ein großes Becken in dem man fischt. Und gleichzeitig sind die Banken natürlich auch in einer schwierigen Lage, wo sie ihnen helfen. Das heißt ganz konkret: Zwei Themen treiben sie um – das ist das Niedrigzinsumfeld und Corona. Beides bedingt, dass die Deutschen immer mehr Einlagen haben, weil wir von der Natur aus natürlich sparen. Und bei Corona – wir können uns jetzt keine großen Reisen leisten, wir können uns keine großen Anschaffungen da jetzt gerade zulegen, weil was wollen wir damit? Das heißt, die Banken haben viel mehr Einlagen. Sie haben aber auch eine starke Regulatorik, haben ja Dokumentationspflichten, müssen halt irgendwie digitalisieren. Es gab, ich hab das letztens gelesen, eine Studie, dass 60 Prozent von den Banken mehr in das Kreditgeschäft wollen. Gleichzeitig sinkt aber die Nachfrage der Kunden hinsichtlich der Kredite. Also da gibt’s jetzt, kam letzte Woche erst neue Zahlen raus im Vergleich zum Vorjahr, im Januar ist der Bedarf an Krediten um 41 Prozent gesunken, im Februar um 33 Prozent. Also nur wir reden hier nur über Konsumenten-Kredite. Und das verstärkt natürlich den Wettkampf, weil ja weniger Nachfrage und trotzdem immer mehr Banken die ihre Einlagen irgendwo loswerden wollen. Und zudem hat man natürlich auch gerade dieses aggressive Pricing, gerade von den digitalen Playern. Ich rede da zum Beispiel von ING oder auch von einer DKB. Und jetzt braucht natürlich auch eine etablierte große Bank vielleicht eine digitale Lösung – und die bieten wir. Das heißt, wir können da helfen. Gleichzeitig schreiben wir das aber nicht auf unsere eigene Bücher. Das heißt, die Banken haben auch durch uns die Möglichkeit einer Refinanzierung über einen SPV. Das heißt, die Bank kann bei uns auch gleichzeitig Investor sein oder ihre Einlagen gut investieren. Das heißt, auf der einen Seite: Ja, Konkurrenz, definitiv da, aber ein großes Becken und auf der anderen Seite sind wir total offen, ihnen auch entsprechende Lösungen zu bieten und freuen uns da auf entsprechende Kooperationen.

Agnieszka Walorska 00:18:51

Ja, du hast ja schon den Elephant in the Room angesprochen. Also Corona, daran kommt man ja kaum vorbei. Und gerade in dem Kontext, dass du ja gesagt hast ihr bietet eine Kreditstrecke, die quasi komplett ohne Medienbrüche stattfindet. Hat Corona euer Geschäftsmodell auch beschleunigt?

Jana Koch 00:19:10

Ja und nein, würde ich fast sagen. Also man sieht auf jeden Fall, dass natürlich jetzt durch Corona der Bedarf an Kredit mich gerade schon gesagt habe runter gegangen ist. Und gleichzeitig hat es uns aber für den Start in eine sehr gute Position gebracht, weil diese komplette Strecke digital abzubilden ist natürlich geradezu Corona-Zeiten, wo niemand mehr irgendwo hingehen will und das Haus vielleicht auch gar nicht verlassen will, extrem sinnvoll geworden. Da möchte ich nicht noch irgendwie zu einer Post oder ich will vielleicht auch nicht zum Briefkasten auch nur gehen oder irgendwas machen, sondern ich möchte tatsächlich alles vor Ort machen. Und das hat uns tatsächlich dazu befähigt, in kürzester Zeit mit den großen Vergleichsportal quasi uns da anschließen zu können und dort ein entsprechendes Angebot zu geben, was natürlich von den Kunden dankbar aufgenommen wurde. Und das sehen wir auch daran dass viele beispielsweise viel offener geworden sind Richtung PSD2, also neuer Technologien, weil sie das halt auch wirklich genutzt haben und dafür Offenheit entwickelt haben. Insofern ja, die Nachfrage ist ein bisschen runter gegangen. Es ist vielleicht allgemein, vielleicht den Markt jetzt nicht so gut -und doch haben wir immer noch eine ganz gute Position gerade für den Start dadurch erhalten, weil wir uns differenzieren konnten.

Agnieszka Walorska

Und ich weiß nicht, ob du die Frage beantworten kannst oder willst. Ich hab vor kurzem auch von eurer Kooperation mit Smava gelesen und da hab ich mich auch gefragt: Ja, das sind wir auch auf dieser Frenemy-Schiene, weil ein Stück weit sind die auch eure Konkurrenten, aber dann doch Kooperationspartner. Kannst du was dazu sagen, was dahinter steckt?

Jana Koch 00:20:42

Ja, gern. Also natürlich ist es für ein junges Startup, was noch keine Brand-Awarness im deutschen Markt hat, extrem wichtig, auch gesehen zu werden von den Kunden. Und wenn wir uns die Zahlen anschauen, ist es so, dass von diesen 30, 35 Prozent der Kunden, die wirklich online sich informiert, tatsächlich über, ich würde mal sagen, so 70 bis 80 Prozent über Vergleichsportale kommen. Und wenn man dort ein entsprechendes Standing aufbauen will, ist es natürlich auch wichtig, dass wir sagen: Okay, wir möchten dort gesehen werden. Der Kunde soll wissen, wie wir im Markt dastehen, auch von den Konditionen. Und da finde ich Vergleichsportal extrem wichtig, weil sie diese Transparenz schaffen. Sie haben den Vergleich. Sie zeigen Kunden – was bekommst du wo? Und dementsprechend sind wir auch mit Verivox, Check24 und auch Smava entsprechend dem letzten Jahr live gegangen.

Saskia Schäfer 00:21:34

Du hast in diversesten Fragen jetzt von extrem vielen verschiedenen Trends gesprochen. Was sind denn so aus deiner Sicht die Kern-Trends, die die nächsten Jahre prägen werden? Wenn man das nochmal zusammenfasst oder auch noch andere Themen von deiner Sicht aufkommen.

Jana Koch 00:21:49

Das ist natürlich eine schwierige Frage, weil wenn du mich jetzt fragst, ich habe in den letzten sieben Jahren mit Innovationsmanagement zu tun gehabt. Insofern würde ich das jetzt mal runterbrechen rein auf die Kreditbranche und mich mit dem Thema auseinandersetzen, ansonsten würde ich jetzt die ausschweifen in Richtung Banken allgemein. Aber für das Kreditgeschäft sehe ich im Prinzip einerseits einen Treiber mit PSD2, ist natürlich eine Regulatorik, aber einfach die Bankdaten Dritten zur Verfügung zu stellen ist etwas, was natürlich super jetzt auch durch wie gesagt Corona noch mehr genutzt wird, wo Offenheit von dem Kunden dafür da ist und wo man natürlich mehr Angebote drumherum stricken kann. Ich glaube, das ist, wie man so schön sagt, der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind die Daten und die Daten werden dadurch aufgebrochen, auch von den Banken. Und ich glaube, da ist noch sehr viel an Potenzial drin, was man geben kann und wo man dem Kunden einen Mehrwert bringen kann. Dann das nächste Thema was ich sehe, ist ganz klar KI, also künstliche Intelligenz. Natürlich immer in Kombination mit Big Data, also wirklich diesen Datensatz, den ich gerade angesprochen habe. Warum? Weil ich glaube, dass es total wichtig ist, eine Instant-Kreditvergabe möglich zu machen. Und jetzt sagen wir mal wieder zu mir: Naja, aber das gibt’s doch schon. Wenn du man sich so eine automatische Kreditvergabe von beispielsweise Ratepay ansieht, erkennt man dass sie eine Ratenzahlung ermöglichen und das quasi instant ohne KYC-Prozess oder sonstiges. Was dort aber der Unterschied ist und was viele immer vergessenes ist das Ratenzahlung was anderes ist als ein Ratenkredit. Bei dem Ratenkredit handelt es sich um einen Kredit mit längeren Laufzeiten als auch mit höheren Beträgen. Und da ist dann vielleicht der Antrag recht fix. Es geht oftmals vielleicht so in 10 Minuten, unter 10 Minuten, aber die Auszahlung dann wirklich die Bestätigung, dass der Kredit ausgezahlt werden kann, der zieht sich dann meistens so ein bis zwei Tage mindestens. Und ich glaube, dass KI mit der Kombination mit Big Data dann das ermöglichen kann, dass man wirklich instant den Kredit bekommen kann. Und für uns als dritter Aspekt ist immer so schön, wenn man drei Sachen aufzählen kann: Ich glaube gerade für uns persönlich als Younited ist es super, die Cloud nutzen zu können. Also wirklich alle Server und sonstiges dort drinnen zu haben weil es einfach die Prozesskosten senken, die IT-Kosten werden reduziert und damit haben wir natürlich auch viel mehr Spielraum, um entsprechende Soll-Zinsen auch für den Kunden zu verringern und diesen Benefit an den Kunden direkt weiterzugeben.

Agnieszka Walorska 00:24:11

Und wenn diese ganzen Trends entsprechend so antreten wofür natürlich die Anzeichen relativ deutlich sind, kannst du mal kurz in die Glaskugel schauen und mir sagen, wie ich einen Kredit 2031 nehmen werde.

Jana Koch 00:24:25

Ja, also ich glaube erstmal, dass es natürlich einen Shift geben wird. Ich hab ja gerade gesagt, dass es noch relativ wenig online gibt. Ich glaube, dass das sich genau umdrehen wird. Ich glaube, dass es viel mehr online geben wird und tatsächlich, dass es vielleicht gar nicht die Finanzdienstleister sind, die Kredite vergeben, sondern vielmehr die Retailer. Und die Retailer werden das vielleicht als neuen Revenue Stream nehmen, oder dort bei sich einbauen. Das heißt, ich glaube, dass das dahingehend sich ändern wird. Natürlich wäre ein alternatives Szenario, dass die Bank dann selber zum Ökosystem wird, aber wie gesagt – da bin ich zu sehr pessimistisch gerade. Insofern glaube ich, es wird durch die Retailer passieren. Das heißt, wir haben eine klare Einbettung in die Customer Journeys. Das heißt, weiß ich, du kaufst dir halt irgendwo einen Fernseher bei Media Markt und Co. Du brauchst nicht irgendwo erst hingehen. Du hast direkt dort, egal ob du in der Filiale bist oder online – natürlich präferiert von Younited Credit – das entsprechende Angebot und kannst dort sofort instant von uns einen Kredit bekommen. Egal welchen Weg du wählst, du hast sofort zum richtigen Zeitpunkt genau dann in der gleichen Höhe, wie du es dann haben willst, entsprechend einen Kredit. Und vor allem, das ist noch viel wichtiger, das ist nämlich der dritte Punkt, den ich vorhin erwähnt habe: Wir sehen uns gleichzeitig an “Gibt es nicht noch eine Alternative für dich, um dieses Produkte dir zu leisten?” Also können wir dir noch irgendwas anbieten, wo du vielleicht keinen Kredit und keine Verschuldung wahrnehmen musst, sondern du vielleicht etwas anderes hast, um dir dieses Objekt hier leisten zu können und sofort zu bekommen.

Agnieszka Walorska 00:25:55

Da neigt sich ja schon die Zeit dem Ende, leider. Wobei ich natürlich mit dir über die Glaskugel-Vorhersagen lange sprechen und diskutieren könnte. Wir haben, wie du weißt, immer noch zwei Abschlussfrage und zwar: Ich als Buchwurm frage sehr gerne nach Buchempfehlung.

Jana Koch 00:26:15

Ja, ich wusste ja, dass das kommt, nachdem ich mir immer brav das anhöre. Ich habe tatsächlich mir eine Liste gemacht und hab dann von einem Roman “Group” bis zu “Utopien für Realisten” alles aufgeschrieben! Um Gottes Willen: Wie kann ich mich da für irgendetwas entscheiden? Und witzigerweise möchte ich ganz gerne ein Buch empfehlen, das ich selber noch nicht durchgelesen habe. Ich bin ja gerade am Anfang. Ich habe es letzte Woche von Lena Roge gehört, es wird dem ein oder anderen etwas sagen. Sie hat ein Buch empfohlen, nämlich “Playing Big” von Tara Moore. Und das bin ich gerade selbst dabei zu lesen. Bin leider noch nicht durch. Was einfach viel zu viele Anstöße und Ideen gibt, wo ich sehe, wie ich selber reflektiere. Aber worum geht es im groben? Es ist im Prinzip ein Buch, wo man sich trauen soll, oder was dazu ermutigt, sich zu trauen, größer zu träumen und den Träumen auch wirklich nachzujagen und dann zu reflektieren, was uns eigentlich davon abhält, das Ganze zu verfolgen und was man konkret ändern muss. Also sein eigenes Ding zu machen, die Selbstzweifel abzulegen oder aber auch die Abhängigkeit von Lob und Kritik hinter sich zu lassen. Und ich glaube, weil wir leben ja bestimmt auch schon kleine oder größere Träume. Aber ich glaube, da ist immer Potenzial nach oben und da zu schauen, was das können wir eigentlich noch machen und klare Handlungsbeispiele oder Reflexionsübung zu haben finde ich immer super hilfreich. Und deswegen würde ich das an dieser Stelle sehr gerne einmal empfehlen.

Agnieszka Walorska 00:27:45

Sehr cool. Und wenn du die ganze Liste durchschicken kannst, die können wir natürlich auf der Podcast-Blog weiter ja auch noch einbetten.

Jana Koch 00:27:55

Sehr gerne, die kann ich euch gerne nachliefern.

Saskia Schäfer 00:27:58

Ja, das ist echt super interessant, weil gerade wir Deutschen, es gibt ja dieses Wort German “Angst”, gerade in dem Kontext finde ich das Buch echt spannend.

Jana Koch 00:28:07

Ja, total. Mich hat es auch begeistert und ich neige immer so ein bisschen skeptisch manchmal zu sein. So “Liebe dein Leben, so wie du das wirklich möchtest”, wo ich mir so denke: Aber vieles mach ich ja schon. Und ich hätte es mir glaub ich nicht gekauft, wäre nicht so diese explizite Empfehlung von Lena Roge gekommen. Und nachdem ich das dann aufgeschlagen habe, dachte ich “Ja okay, es ist wirklich spannend” und deswegen denke ich, ist es vielleicht ganz gut, hier an der Stelle nochmal zu erwähnen.

Saskia Schäfer 00:28:31

Definitiv. Ich werde es mir angucken. Ich hab auch noch eine Frage und zwar wenn du dir was wünschen dürftest. Wen würdest du denn gerne in unserem Podcast hören?

Jana Koch 00:28:43

Tatsächlich begleitet mich eine Dame schon seit der ersten Konferenz-Teilnahme, seitdem ich hier in dem Fintech-Bereich mich umtriebig zeige: Das ist Susanne Krehl. Susanne kennt glaube ich, sie war früher bei Barzahlen, zuerst Marketing und PR dann als Managing Director, wenn ich das jetzt richtig in Erinnerung habe, in der DACH Region. Und sie selber hat jetzt ein Sabbatical gemacht, ist jetzt aber derzeit in der Gründung und ich glaube, dass es gerade im Fintech-Bereich einfach viel zu wenig – und natürlich gibt es allgemein zu wenig Frauen, die jetzt gründen und da kann es noch sich steigern – aber gerade im Fintech-Bereich finde ich es super, wenn jemand gründet. Ich hatte ja selber durch die Startup-Garage der Comdirect viel Begegnung mit Gründern und selten eine Frau dabei gesehen. Dementsprechend glaube ich, dass es super spannend ist, von ihr genau zu erfahren, was da gerade so ihre Themen sind, die sie beschäftigen. Und ich glaube, dass wäre ganz hilfreich und lehrreich und vielleicht nehmen sich viele andere Frauen daran auch ein Beispiel und da haben wir ganz viele Gründerinnen in dem Feld, das würde mich freuen.

Agnieszka Walorska 00:29:44

Ich kann dir auch etwas verraten dazu, weil wir sind natürlich schon im Gespräch mit Susanne und sind für später dieses Jahr verabredet, weil wir natürlich erst erstmal noch ein bisschen weiter vorankommen möchte mit der Gründung.

Jana Koch 00:28:43

Großartig, na da freu ich mich die Folge dann hören zu können.

Agnieszka Walorska

Wolltest du noch was sagen Saskia? Sorry, ich bin dir ins Wort gefallen mit meiner Ansage. Aber das wird mit Susanne wollte ich natürlich loswerden, dass wir die nicht vergessen haben.

Saskia Schäfer

Ich finde das Thema einfach super spannend, weil es ist ja schon so ein bisschen so ein Mysterium. Was passiert eigentlich in so einer Gründung? Was macht man? Wie funktioniert das? Gerade wenn man noch nicht so viele Berührungspunkte dahin hatte. Und daher bin ich sehr gespannt auf den Podcast.

Jana Koch

Ja, und vor allen Dingen auch, sie es ja gerade, man sagt ja so schön, im “Stealth-Mode”. Also da, wo man noch nicht so richtig weiß, worum es geht und auch diesen Gedanken-Prozess, also zu wissen, ok man möchte gerne gründen. Und ich hatte mit ihr gesprochen, nachdem sie von dem Sabbatical wiederkam und sie wusste, sie möchte auch gründen. Und die Frage auch dahingehend: was gründe ich denn? Also wie gehe ich da konkret vor? Weiß ich einfach nur ich habe eine Thema und darauf werde ich eingehen oder es vielleicht auch einfach eine Mindset. Ich möchte gerne gründen und ich suche jetzt wirklich so lange, bis ich tatsächlich die eine Stelle gefunden hab, die ich jetzt wirklich durchziehen kann und an die ich glaube. Und ich glaube auch so ein bisschen da zu schauen, was treibt dich, finde ich ein extrem spannendes Thema und da gibt’s ganz, ganz viele tolle Gründer-Storys. Und ich hab mich auch immer sehr daran interessiert, die zu hören, egal ob jetzt von Frau oder Mann. Es ist beides total spannend.

Agnieszka Walorska

Auf jeden Fall. Wir sprechen dann wieder, wenn du selbst gegründet hast. Oder wie ist der Plan?

Jana Koch

Also vorerst auf jeden Fall Younited gut voranzutreiben. Wie gesagt, da gibt’s viel zu tun. Viele coole Projekte, die wir gerade noch vor uns haben und auf die ich mich sehr freue, die anzuschieben. Und wie gesagt, auch in diesem Feld, wo sich vielleicht ja noch einiges tun kann, mich kreativ auszutoben. Das ist jetzt erst die Challenge, die verfolge ich jetzt erstmal die nächste Zeit und dann gucken wir mal super.

Agnieszka Walorska

In diesem Sinne: Vielen Dank.