#21 | Digital Identity und KYC mit Delia König, Managing Director der Identity Unit bei Solarisbank

Agnieszka spricht in dieser Folge von Female Future Finance mit Delia König, die Managing Director der Identity Unity bei der Solarisbank. Im Talk geht es um das Thema KYC – Know Your Customer – und warum der Prozess vor allem in der Bankenwelt so enorme Bedeutung hat. Zudem geht es um die Ausgestaltung der User-Experience für den Kunden dabei, was derzeit in dem Bereich State-of-the-Art ist, welche Herausforderungen digitale Ident-Verfahren hinsichtlich Cybersecurity erleben und was eigentlich unter Self-Sovereign-Identity zu verstehen ist.

Die Themen im Überblick:

  • Welche Aufgabenbereiche übernimmt ein Managing Director in der Identity Unit?
  • Was ist unter KYC (Know your Customer) genau zu verstehen und was ist besonders interessant daran?
  • Wo liegen die Herausforderungen im Bereich von KYC und digitale Identität?
  • Welche KYC-Technologien sind derzeit State of the Art- und welche kommen zum Einsatz?
  • Was bedeutet Self-sovereign identity?
  • Welche Rolle wird Identität in der Bankenwelt der Zukunft spielen, welche Trends sind zu beobachten?

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Das Transkript zur Folge:

Agnieszka Walorska

Willkommen zu einer weiteren Folge des Female Future Finance Poddcast von Capco und Creative Construction mit Agnieszka Walorska. Willkommen zu einer neuen Folge Heute habe ich Delia König bei mir. Die ist Managing Director bei der Solaris Bank und wir werden über Digital Identity und KYC heute sprechen. Delia, magst du dich mal kurz vorstellen und auch sagen, wie du zu dem Thema gekommen bist, was ist denn genau deine Rolle bei der Solaris Bank?

Delia D. König

Ja, super gern, erstmal danke das ich hier sein kann, Delia König ist mein Name. Ich bin Managing Director von der Identity Unit bei Solaris. Das heißt aktuell in meiner Rolle verantwortlich für alle Themen rund um KYC, also das Know Your Customer-Prinzip und das Kunden-Onboarding unsere Partner. Genau. In ganz kurz, Wie bin ich dahin gekommen? Mein Werdegang beginnt irgendwo in Münster mit Wirtschaftsinformatik, was ich doch studiert habe. Bin dann zur ZEB gegangen, zur Unternehmensberatung und dadurch irgendwie in die Finanzwelt abgerutscht. Dann bei Fintechs gearbeitet. Ich habe auch mein eigenes Unternehmen zwischendurch gegründet und war eigentlich immer so in dem Finance und Tech- bereich unterwegs. Hab dann bei der Solaris Bank angefangen und hier ja die Plattform als Produktmanagerin mit aufgebaut. Und dabei haben wir einfach gemerkt, wie wahnsinnig integral der Bereich KYC ist für alle Use-Cases, die wir anbieten, für alle verschiedenen Produkte, die wir anbieten, und haben uns dann dazu entschlossen, daraus eine eigenständige Unit zu machen, die sich wirklich komplett nur mit diesem Thema auseinandersetzt und mit einem crossfunktionalen Team, also Tech-Produkt-Compliance-Sales usw. usf. das Thema verantwortet.

Agnieszka Walorska

Sehr spannend. Bevor ich jetzt gleich weiter nachbohre hier mal ein kurzer Hinweis an alle Zuhörerinnen und Zuhörer: Ihr könnt uns natürlich abonnieren oder folgen, wie das bei einigen Plattformen heißt, auf all den Podcast-Plattform, die es gibt und dann bekommt ihr die neue Folge alle zwei Wochen automatisch in die App und sharen und liken dürft ihr das natürlich auch. Aber jetzt zurück zu dem Thema KYC und Identity. Viele, die jetzt rein aus der Bankenbranche kommen, wissen natürlich, was das heißt. Aber vielleicht kannst du nochmal kurz erklären: Was heißt es eigentlich? Warum ist es wichtig? Und was findest du denn persönlich an dem Thema so spannend?

Delia D. König

Also warum ist das Thema KYC Know Your Customer wichtig? Das ist letztendlich ganz einfach: Wir als Bank müssen wissen, wer unsere Kunden sind, um sicherzustellen, dass deren Gelder auch sicher sind und damit kein Schmu gemacht wird, das damit nichts Unrechtes gemacht wird. Das es keine Geldwäsche gibt, keine Terrorismusfinanzierung und und und. Dafür ist der KYC Prozess so mehr oder weniger das Einlasstor, wo man überprüft, wer die Personen sind, die z.B. Konten eröffnen wollen, Kredite in Anspruch nehmen wollen oder oder oder. Und damit stellen wir sicher, dass das Geld gut verwahrt ist und nicht in die falschen Hände kommt. Was ich daran spannend finde, Ich glaube für mich war es schon immer so, wenn ich Produkte gebaut habe mit meinen Teams, Ich fand es immer spannend, in einem regulierten Raum zu versuchen, so innovativ wie möglich zu sein. Also trotz der, ich sage mal Rahmenbedingungen, die der Regulator uns schafft, trotzdem die beste User Experience und die beste Lösung zu schaffen, die natürlich immer noch mit genau diesen Anforderungen, sag ich mal, compliant ist. Und das ist gerade beim Thema KYC natürlich extrem wichtig, denn je digitaler die Welt um uns herum, je einfacher das Kunden Onboarding ist bei Netflix oder Gorillas oder wo auch immer, desto höher sind natürlich auch die Ansprüche der Kunden an so ein Kunden-Onboarding und das eben wie gesagt umzusetzen im regulierten Raum, dass wir immer noch alle Anforderungen einhalten und trotzdem versuchen, die Customer Experience so gut wie möglich zu machen – dass ist das, was mich daran reizt.

Agnieszka Walorska

Ja, das klingt immer wieder sehr spannend, gerade in dem Banken Umfeld natürlich diese – Es klingt immer so ein bisschen nach Trade off zwischen Convenience auf der einen Seite und Security und Privacy auf der anderen. Habt ihr da eine gute Lösung dafür oder was ist denn überhaupt so ein State of the Art Onboarding und KYC unter diesen Bedingungen?

Delia D. König

Also ich stimme dir total zu, das wird oft als Trade off irgendwo gesehen. Ich persönlich bin der Meinung, dass wir mit Technologie tatsächlich aber beides abfangen könnten, theoretisch. Technologie kann uns dabei helfen und sollte uns dabei helfen, compliant zu sein. Fraud herauszufinden, mit KI gestützten System Muster aufzudecken und und und. Also wirklich quasi dabei helfen, eben diese Regulatorik auch einzuhalten und gleichzeitig eben auch die Kunden Erfahrung so gut wie möglich zu machen. Jetzt ist es tatsächlich in Deutschland so, dass wenn wir von State of the Art KYC sprechen, im Banking beschränkt sich das leider aktuell noch sehr stark auf Video-Ident, was glaube ich aktuell zumindest im Digital-Banking-bereich noch, die etablierteste Methode ist. Und genau aus dem Grund haben wir uns als Solarisbank vor einem jahr entschieden Bank-Ident zu entwickeln, so nennen wir den Prozess. Das heißt, ein Prozess, wo der Kunde sich identifiziert mit einem schon bestehenden Bankkonto. Und das ist dann eben völlig automatisiert und ohne Agenten-Kontakt oder ähnliches. Das heißt, man wartet nicht in die Warteschleife für 5 bis 10 Minuten, sondern man kann das wirklich direkt in Echtzeit machen. Muss sich quasi kurz in sein bestehendes Bankkonto einloggen und schließt dann das Ganze ab mit einem zweiten Faktor. Und das für uns ist tatsächlich eine der Methoden wo wir sagen, das ist jetzt so der Benchmark, gegen den man ankommen muss, wirklich automatisiert sehr schnell innerhalb von ein bis zwei Minuten da durch sein. Das würde ich gerne als den neuen Standard sehen in der Zukunft.

Agnieszka Walorska

Und wo wird dieser Standard von euch schon eingesetzt? Was sind so überhaupt die Einsatzpotenziale? Bei KYC denkt man ja meistens Bank und so weiter, natürlich gibt’s das ja auch bei den Telefonanbieter und in vielen anderen Bereichen, aber ich glaube, die erste Assoziation ist immer Bank.

Delia D. König

Ja, und ich meine, das ist ja auch gerechtfertigt. In der Bankenwelt brauchen wir halt einfach einen sehr hohen Sicherheitsstandard. Von daher ist das auch so, dass Go-To Marktfeld für uns. Wir haben jetzt die Methode eingesetzt bei Samsung, da sind wir als Solarisbank dabei bei Samsung Pay. Wir haben aber auch schon weitere Partner, beispielsweise auch im B2B-Bereich, die das Einsetzen für das KYC von den Geschäftsführern zum Beispiel. Und du hast völlig recht, das muss sich ja nicht nur auf Banking beschränken. Das kann man genauso gut im Telekommunikationsbereich anwenden, in anderen regulierten Bereichen wie Versicherungen und und und. Und prinzipiell tatsächlich ja jegliche Industrie, die irgendwie den Kunden identifizieren muss und auch zweifelsfrei sicherstellen muss, dass DER Kunde wirklich DER Kunde ist. Also da sind die Anwendungsfälle sehr breit, aktuell fokussieren wir uns aber tatsächlich noch auf den Banking-Bereich.

Agnieszka Walorska

Wenn ich jetzt so denke an das Wachstum von Telehealth und Telemedizin, es könnte sicherlich auch so ein Fall sein, dann sollte man im besten Fall ja auch wissen, wer das ist auf der anderen Seite.

Delia D. König

Das ist richtig. Und ich meine, je mehr Services auch digital angeboten werden, desto wichtiger ist ja auch die zweifelsfreie Identifizierung der Kunden. Denn das ist ja letztendlich auch das, was mit Banking passiert. Damals ist der Kunde noch in die Filiale gegangen und der Bankmitarbeiter kannte im Zweifelsfall die Personen weil sie zwei Straßen weiter gewohnt hat im Dorf. Das ist halt jetzt mittlerweile einfach anders. Und damit sind natürlich auch die Angriffs-Vektoren ganz andere im Sinne von Fraud-Versuchen und vergleichen. Das hat sich einfach maßgeblich geändert.

Agnieszka Walorska

Es ist ein gutes Stichwort: Was sind denn die größten Herausforderungen, die du von der Perspektive z.B. auch Cybersecurity für das digitale Ident-Verfahren siehst?

Delia D. König

Also das ist quasi das, was ich meinte: Vor Jahren sind die Bankräuber noch in die Filiale gegangen, mit Revolvern bewaffnet, Bonnie und Clyde-mäßig, und haben versucht so da Geld rauszukriegen. Jetzt mittlerweile ist es halt viel viel unsichtbarer, diese ganzen Versuche, an Kundengelder zu kommen und das letztendlich ist natürlich auch die Herausforderung sowas dann trotzdem sichtbar zu machen, dann abzufangen und Prävention zu betreiben, also dem wirklich zuvorzukommen. Und wenn wir da über die verschiedenen Schemata nachdenken, die wir auch aktuell so sehen, ist ein ganz großes Feld tatsächlich Social Engineering, also zu versuchen, nichtsahnende Personen rein zu tricksen, beispielsweise Konten zu eröffnen. Das kann passieren im Video-Ident-Verfahren zum Beispiel dadurch, dass jemand kommt und dir jetzt sagt: Hier möchtest du nicht eine Videoidentifizierung machen, dann gebe ich dir 10 Euro als Dankeschön oder aber es gab auch eine große Masche bei Post-Ident vor einer Weile, da wurden Leuten, die eine Wohnung gesucht haben eine ganz tolle Wohnung gezeigt, dann wurde ihnen ein Post-Ident-Kupon gegeben und der angebliche Vermieter hat gesagt: Jetzt geh bitte zur Postfiliale, ich möchte gerne wissen, wer du bist, damit du als Kandidat überhaupt in Frage kommst und halt solche Maschen. Auch beim Online-Banking mit Phishing ist es ja was ähnliches. Einfach, wie gesagt: Die Kunden da rein tricksen, ihre Identität und ihre persönlichen Daten und Authentifizierung-Merkmale aufzugeben. Das ist wirklich ganz, ganz schwer. Denn bei solchen Verfahren ist es natürlich auch so, dass man als Bank wirklich einfach viel Bildung auch an den Kunden betreiben muss, damit der Kunde oder generell auch die Gesellschaft tatsächlich, sich bewusst ist, dass es solche Maschen existieren. Das ist das eine und das andere ist natürlich auch, das technologisch einfach die Versuche extrem gut werden. Also wenn wir uns Deepfake angucken, was man damit machen kann und das ist natürlich auch solche Technologien, gerade die Integrität von so einem Video-Ident-Verfahren angreifen könnten, das sind schon Dinge, die müssen wir alle in der Banken Industrie im Kopf haben. Das ist natürlich auch der Regulator im Kopf haben, um dementsprechend dann Regulierungen setzen zu können, die eben solchen Fraud-Versuchen zuvorkommen und vielleicht noch einen Gedanken, den ich dazu teilen möchte. Eine ehemalige Compliance-Kolleginnen von mir hatte das mal gesagt und ich fand es sehr einprägen irgendwie: Diese Frauds da, die Betrüger, die versuchen, Geldwäsche zu betreiben oder was auch immer, das ist ein Vollzeitjob für die. Also das heißt, sie arbeiten wirklich jeden Tag Vollzeit daran, sich zu überlegen, was Sie alles Neues machen können, wie Sie die neuen Sicherheitsmaßnahmen austricksen können und und und. Und genau so müssen wir dann eben auch hinterher sein, einen Schritt voraus zu sein und nicht einen Schritt hinterher und uns jetzt nun schon zu überlegen was wären denn sinnvolle Betrugsversuche und denen dann quasi schon zuvorzukommen. Und das ist natürlich eine Riesenaufgabe.

Agnieszka Walorska

Absolut. Ich meine, man hat ja gesehen, jetzt an den ganzen Enthüllungen nach und nach von den letzten großen Ransomware-Attacken, das es ja de facto nicht nur Profis sind, sondern eigentlich Konzern letztendlich, die sich darauf spezialisieren.

Delia D. König

Ganze Organisationen, die Wissen teilen, die besser werden. Ja, wie gesagt, die das einfach Vollzeit machen.

Agnieszka Walorska

Ja, also sicherlich ein spannendes Thema. Ich denke ein Thema, was so final vermutlich erstmal nicht lösbar ist, sondern so eine Weile noch ein Katz und Maus Spiel sein wird zwischen den Banken in diesem Fall und dann den Verbrechern. Aber um mal vielleicht nicht nur über die schrecklichen Bedrohungen zu sprechen: Dieses Thema Identität, das ist natürlich ein Thema, was für viele sehr spannend ist. Für viele Akteure, weil naja, man möchte ja auch möglichst viel über die eigenen Kunden wissen. Je mehr Wissen man über die Kunden hat und je mehr sich hier auch tatsächlich mit der entsprechenden Identifizierungs-Methode ja auch identifizieren, desto mehr Daten kann man wieder sammeln. Und deswegen spielen dann natürlich auch die großen Tech-Konzerne mit. Und Apple, natürlich ja auch ziemlich vorne mit dabei mit den Vorstößen – Was glaubst du, in welche Richtung wird das gehen? Wer hat da die besten Chancen, wenn es um die Identität der Kunden geht?

Delia D. König

Das ist eine gute Frage. Also ich glaube, wenn man sich jetzt aktuell das Thema Digitale Identitäten, Status Quo Juli 2021 anguckt, dann ist es definitiv so, dass die GAFAs, um es mal grob zu verallgemeinern, irgendwo die Nase vorne haben. Das ist schon so. Und ich glaube, das wir eben, und mit wir meine ich jetzt innerhalb von Deutschland und innerhalb der EU, noch keine gute Alternative geschaffen haben, die dagegen antreten könnte. Und ich glaube oder dass ist zumindest mein Verständnis, dass die EU eben genau das angehen möchte mit ihrem Vorstoß zur digitalen Identität. Das ist noch gar nicht so lange her, ist im Juni rausgekommen, womit sie quasi allen EU-Bürgern den Zugang zu einer sogenannten IT Wallet ermöglichen möchten. Das heißt, dass man als Nutzer im Sinne einer Self-Sovereign-Identity diese nutzen kann, um sich bei Services anzumelden, um seine Daten weiterzugeben und eben, das ist der Gedanke hinter Self-Sovereign-Identity, wirklich selbstbestimmt mit seinen Daten umzugehen. Und das ist eben das, was GAFAs in dem Sinne nicht haben. Es ist halt sehr begrenzen, was man da teilt und wohin das geht und mit welchen kommerziellen Absichten es dann irgendwie am Ende genutzt wird, sondern dabei ist wirklich der Gedanke, dass eben die Personen oder im weiteren Sinne auch eine Organisation oder sogar eine Maschine seine Daten teilen kann an verschiedenen Service, so wie man es für richtig hält und eben transparent weiß, was wurde geteilt, wie wurde das verwendet.

Agnieszka Walorska

Da kann man aber an der Stelle argumentieren, wenn man jetzt vielleicht etwas staatskritisch ist: Naja, dann gebe ich lieber meine Daten dem Konzern, dann ist das zwar kommerziell, aber das hat dann nicht der Staat, dem ich im Zweifel nicht so traue.

Delia D. König

Ja, könnte man. Das dahinterliegende Prinzip bei der Self-Sovereign-Identity ist allerdings ja eher wirklich darauf ausgelegt, dass es ein dezentrales System ist. Das heißt das da kein Vermittler in der Mitte steht, also kein zentraler Server in Deutschland, der die Daten alle hat und der gehackt werden kann, sondern dass es eben wirklich dezentral organisiert ist und dementsprechend man eben auch die Hoheit über diese Daten hat und dass sie mit irgendeinem Middle-Player am Ende hat und nutzen kann.

Agnieszka Walorska

Und gibt es schon staatliche oder überstaatliche – Wir sprechen jetzt von der EU z.B. – Lösungen, die bereits existieren, die man sich als gutes Beispiel nehmen könnte, weil wenn man sich den Zeitplan von der europäischen Identität ja angeschaut hat, das wird noch eine Weile dauern, bis da überhaupt die Technologie-Standards überhaupt bekannt gegeben werden.

Delia D. König

Definitiv. Also ich bin kein Experte in jedem einzelnen EU-Land, aber wozu was sagen kann ist wo wir gerade in Deutschland ungefähr stehen. Da ist es so, dass – ich glaube sogar schon im Dezember irgendwann gab es zumindest im Handelsblatt einen Artikel – schon gesagt wurde Digitale Identität wird zur Chefsache gemacht. Und der Vorstoß ist der, dass das jetzt eben in der kommenden Zeit und das soll tatsächlich auch wirklich schon zeitnah passieren, also digitale Identitäten in der einen oder anderen Variante angeboten werden. Ein großes Konsortium, das es da gibt ist die IDunion. Die besteht aus auch vielen Praxis Partnern, ich weiß gerade gar nicht genau aus wie vielen mittlerweile, aus der Industrie, also beispielsweise Bosch ist da dabei, aus der Bankenwelt, da ist die ING dabei dabei, die Commerzbank ist dabei und noch weitere und noch Technologiepartner und und und, die sich da eben zusammengeschlossen haben oder zusammenschließen und auch nach weiteren Projektpartnern suchen, um einen Standard zu bauen und eben möglichst zu machen, dass diese Self-Sovereign-Identity anwendbar und nutzbar gemacht werden kann.

Agnieszka Walorska

Jetzt ist das so der Ist-Stand. Wenn wie jetzt in die Zukunft schauen würden, so 10 Jahre nach vorne, wir haben 2031. Wo siehst du die Bankenwelt? Welche technologischen gesellschaftlichen Trends werden diese Welt bewegen und welche Rolle wird dort eben das Thema Identität darin spielen?

Delia D. König

Also ich persönlich würde hoffen, dass wir im Jahr 2031 gar nicht mehr so groß von der Bankenwelt reden, also in Anführungszeichen “Bankenwelt”, sondern eher schon von der digitalen Welt, die mit der Finanzwelt zusammenarbeitet – ich komme jetzt gerade nicht auf einen guten Begriff. Aber was ich damit sagen möchte: Ich oder wir als Solarisbank sehen schon den Trend, dass Finanzdienstleistungen immer mehr in Richtung Embedded Finance gehen, also dass Finanzdienstleistungen eingebunden sind in verschiedene Services, in den Alltag. Das heißt, du musst für deinen Kredit musst du nicht mehr in die Filiale zur Commerzbank gehen oder ähnliches, sondern in deiner E-Commerce-Experience embedded sich das ein. Und das kann man mit Krediten machen, genauso wie mit Banking, genauso wie mit Wertpapierhandel oder Anlegen und und und. Ich denke, dass das ein Trend ist, den wir wahnsinnig verstärkt sehen werden über die nächsten zehn Jahre. Das heißt, dass das Banking nicht mehr nur den Banken vorbehalten ist, sondern wirklich die gesamte digitale Industrie auch viel mehr Banking und Finanzdienstleistungen anbieten kann und damit einhergehend. Und jetzt vielleicht dann zu den Trends: Hier ist natürlich auch das Thema, was wir gerade schon hatten, also Fraud-Prevention, Betrugs-Prävention von Versuchen im Online-Handel. Das ist, glaube ich, eines der großen Themen, was angegangen werden muss. Und da eben gut aufgestellt zu sein, mit wie gesagt KI-gestützten Systemen und dem Ganzen zuvorzukommen, ich glaube, dass wird ein großes Thema sein im Bereich KYC und Identity.

Agnieszka Walorska

Ich bin sehr gespannt, weil wenn ich über so Zukunftsszenarien nachdenke und mir so eher die Szenarien anschaue, die in Katastrophen-Richtung gehen, haben sie alle irgendwas mit Cybersecurity zu tun.

Delia D. König

Ja, das wird ein riesengroßes Thema sein und ich bin auch gespannt. Ich glaube, da müssen wir auch von der Regulierung mehr hinkommen. Also dass sie eben diesen Trend, den wir jetzt gerade in der Wirtschaft sehen und in der Finanzwelt sehen, dass der dem entsprechend auch gut und modern genug von der Regulierung aufgestellt ist. Also das wäre eben nicht nur in der alten Bankenwelt denken, sondern eben in einer neuen Bankenwelt und dementsprechend mehr Fokus darauf legen, dieses Thema sicher und nutzerfreundlich zu machen, damit sie dann eben auch genutzt werden und wir den Cyberangriffen auch gewappnet sind.

Agnieszka Walorska

Ja, bin sehr gespannt. Ich stelle uns schon mal einen Termin für 2031 ein und dann schauen wir was daraus geworden ist. Vielen Dank – Jetzt habe ich natürlich nochmal meine typischen Abschlussfragen. Es würde mich sehr interessieren, welche Buchempfehlung du für mich und auch die Zuhörerinnen und Zuhörer hättest.

Delia D. König

Ja, ich bin tatsächlich muss ich leider zugeben, da keine riesengroßen Buch-Leserinnen. Also ich bin keine Bücherratte, aber vielleicht auch gerade deswegen kann ich immer sehr Kurzgeschichten empfehlen. Wenn ich was lesen sind es vor allem Kurzgeschichten, Sherlock Holmes waren jetzt die letzten wo ich reingehört habe oder mir als Hörbuch nochmal reingezogen habe. Das finde ich immer ganz nett, manche davon sind wirklich kurz, manche ein bisschen länger und ganz unterhaltsam.

Agnieszka Walorska

Dann kann ich dir vielleicht eines empfehlen – wahrscheinlich kennst du das – weil wir vorher bei dem Thema Social Engineering waren: “The Art of Deception” von Kevin Mitnick. Das fand ich sehr spannend, da einzutauchen, um festzustellen, wie viel eigentlich Hacking, wie viel das eigentlich mit Menschen und gar nicht mit der Technologie zu tun hat.

Delia D. König

Definitiv!

Agnieszka Walorska

Aber Kurzgeschichten sind auch immer wieder was Feines, gerade wenn man so viel zu tun hat , sehr viel arbeitet und mal einfach zwischendurch eine Pause zu machen.

Delia D. König

Genau!

Agnieszka Walorska

Muss nicht immer ein Sachbuch sein. Und würdest du mir auch vielleicht eine weitere Frauenstimme empfehlen für den Podcast?

Delia D. König

Ich kann dir ganz viele empfehlen…

Agnieszka Walorska

…viele sind noch besser als Eine!

Delia D. König

Also eine Frauenstimme, oder ein paar Frauenstimmen, die ich super gerne hier hören würde und die ich auch sonst immer gerne höre: Also angefangen bei einer Kollegin von mir, die ich sehr, sehr schätze – Layla Qassim, wie es unsere Head of Strategy. Die hat, glaube ich, wahnsinnig viele Geschichten zu erzählen, wie es ist Investmentrunden zu machen, auch während einer Pandemie und ähnliches.

Agnieszka Walorska

Das klingt sehr spannend.

Delia D. König

Genau. Die hat da echt viele Erfahrung. Alina Deutsch von der DKB wurde glaube ich auch schon vor ein paar Folgen genannt. Auch eine sehr gute Freundin von mir, von daher die kann ich auch für die einstehen, die hat auch immer sehr gute spannende Geschichten. Und ansonsten, das ist mir auf der BEX nochmal aufgefallen, das war eine Konferenz, auf der ich vor ein paar Wochen war. Da war ich zusammen mit Lea Siering von finleap connect – Superfrau. Auch auf dem Panel saß ich mit der Andrea Fernandez von Alice…

Agnieszka Walorska

…mit der haben wir schon einen Termin!

Delia D. König

Ah, sehr gut! Cornelia Schwertner war auch auf meinem Panel mit drauf. Die sind ja gerade noch im Stealth Mode, was sie machen. Von daher ich bin da persönlich sehr neugierig, was da so ansteht. Vielleicht bekommt man da ja was heraus.

Agnieszka Walorska

Schauen wir mal.. Ja, vielen Dank. Da soll mal jemand kommen. Es gibt nicht genug Frauen für die Panels.

Delia D. König

Ja genau.

Agnieszka Walorska

Super, vielen Dank. In diesem Sinne: Danke das du dabei warst, vielen Dank für die spannenden Insights.

Delia D. König

Sehr gerne! Dankeschön!